Food Designer

23. März 2009 von stylist  
Kategorie Design & Technik

Neulich habe ich einen Beitrag über Food Designer im Fernsehen gesehen und war etwas überrascht, dass es so was gibt. Sicherlich ist mir bekannt, dass es Plastiklebensmittel für Dekorationszwecke gibt, aber dass solche auch extra für Werbezwecke im Fernsehen, etc. hergestellt werden, war mir jetzt nicht so bewusst.

Zur Wortbedeutung „Food Design”: Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „food” (dt. Lebensmittel) und „design” (dt. Gestaltung) zusammen. In der Lebensmittelindustrie ist „Food Design” ein Begriff für Komposition und Entwicklung von Lebensmittel-Rezepturen, aber auch für die optische Gestaltung eines Lebensmittels.

Apropos Gestaltung. Für Werbezwecke werden heutzutage ausschließlich Fakes erstellt, um den Konsumenten nur das Beste eines fertigen Endprodukts zu präsentieren. Um das Ziel zu erreichen wird das Produkt von Food Stylisten aufwändig in Szene gesetzt, damit die sensible Ware auch perfekt zur Geltung kommt.

Ein Beispiel: Die Bierblume eines frisch gezapften Biers wird garantiert nicht Stunden so aussehen wie am Anfang, als es gezapft wurde. Daher wird das Bier aus Montageschaum und flüssigem Harz nachgestellt. Nur so hat die Bierblume eine Chance, die langwierige Prozedur des Filmens oder Fotografierens zu überstehen ohne zusammenzufallen.

Ein Gemisch aus Sojasoße und Honig reicht vollkommen aus, um ein Brathähnchen möglichst knusprig und lecker aussehen zu lassen. Der Feinschliff wird mit einem Fön und einem Bunsenbrenner durchgeführt. So ist die lange Zeit des Garens vernachlässigbar, was wiederum wertvolle Zeit spart.

Auch ein leckeres Eis kann von Food Stylisten so gestylt werden, dass es während der Filmaufnahmen nicht davon schmilzt. Dazu ersetzt man einfach das Eis mit entsprechend gefärbtem Frischkäse.

Oder um ein Getränk gekühlt zu präsentieren, werden diese in beschlagene Gläser gefüllt. Zu dem sprüht man aus einer Düse hauchfein Glycerin auf das Glas, was die Frische des Getränks unterstreichen soll.

Dies sind nur einige Tricks der Food Designer/Stylisten wovon uns, dem Otto-Normalverbraucher, das Meiste verborgen bleibt. Das Auge sieht eben nur das was es sehen will und ist leicht beeinflussbar. Da frage ich mich, was man heute denn noch glauben darf und was nicht? Wo werde ich als Verbraucher getäuscht und wo nicht? Ich werde in Zukunft ein wachsameres Auge haben.

Quelle: Welt der Wunder

Bild: © by tommyS / Pixelio

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